DIE HEILKRAFT ORGANISCHER FORMEN 
Wie visuelle Umgebungen unsere Stimmung und unser Wohlbefinden beeinflussen
 

 

Das Leben bewegt sich schnell – und ebenso die Welt um uns herum. Zwischen Deadlines und täglichen Routinen ist es leicht, unser Gefühl der Ruhe zu verlieren.

Doch die Umgebungen, die wir schaffen, und die Formen, die sie prägen, besitzen die stille Kraft, Balance wiederherzustellen. Unsere visuelle Welt ist wichtig, denn die Räume, die wir gestalten, formen letztlich auch uns selbst.

 

DIE WISSENSCHAFT DER FORMEN

Wie unsere Umgebung die Regeneration unterstützt

Unsere Wahrnehmung wird hauptsächlich von dem bestimmt, was wir sehen. Schätzungen zufolge stammen 70 % oder mehr der vom Gehirn verarbeiteten Sinnesinformationen über die visuellen Rezeptoren.

In einer schnelllebigen Welt suchen wir Zufluchtsorte in unseren Häusern und Räumen, die es uns ermöglichen, zur Ruhe zu kommen und Energie zu tanken. Wenn sorgfältig gestaltete Objekte, Möbel, Texturen und Räume der Logik der Formen der Natur folgen, werden sie Teil dieser regenerativen Architektur des Alltags. Selbst kleine Akzente können einen Unterschied bei der Stressbewältigung, der Stimmung und der allgemeinen Lebensqualität machen.

Alles, dem wir visuell begegnen – Texturen, Formen, Muster – beeinflusst neurologische, emotionale und physiologische Prozesse, oft ohne dass wir uns dessen bewusst sind. „Neuroästhetik“ ist die Wissenschaft, die untersucht, wie unser Gehirn diese ästhetischen Erfahrungen verarbeitet.

Unser Gehirn hat eine angeborene Vorliebe für bestimmte Formen. Organische, geschwungene Formen, die die Muster und Strukturen der Natur nachahmen, werden im Allgemeinen als angenehmer und beruhigender empfunden als spitze, eckige Formen, die als weniger angenehm und psychologisch anregender wahrgenommen werden.

Es hat sich gezeigt, dass organische Formen starke Reize erzeugen, die unser Nervensystem, unsere Stimmung und unser Ruhegefühl direkt beeinflussen, einfach aufgrund eines angeborenen menschlichen Bedürfnisses nach Natur.

Die Integration von naturähnlichen Formen, Mustern und Texturen in die Gestaltung unserer Wohnräume kann unsere Stresslevel und unser allgemeines mentales Wohlbefinden nachhaltig beeinflussen. Beleuchtung, Akustik, Textur und Maßstab wirken sich alle auf das Raumerlebnis aus. Eine sanfte Kurve bei grellem Licht wirkt nicht beruhigend, wohingegen weiches, natürliches Licht dies tut.

KOHAERENZ UND HARMONIE SCHAFFEN

Natürliche Elemente für ein therapeutisches Zuhause ausbalancieren
 
Es geht darum zu verstehen, wie natürliche Muster und Formen auf kohärente und ausgewogene Weise integriert werden können, um einen harmonischen Raum zu schaffen, der eine therapeutische Wirkung auf unser mentales Wohlbefinden fördert.

Teppiche können die Raumakustik verbessern, indem sie Schallwellen absorbieren und Echos sowie Nachhall von harten, reflektierenden Oberflächen reduzieren, was zu einer angenehmeren Akustik und Atmosphäre führt. Ein strategisch platzierter Teppich kann Räume definieren, indem er die visuelle Illusion einer Zone erzeugt, die die Elemente auf beruhigende und weiche Weise vereint.

Runde Spiegel bieten ein visuell weicheres und beruhigenderes Erlebnis, das Räume einladender wirken lässt, indem es die visuelle Strenge linearer Gestaltung aufbricht. Platzieren Sie einen runden Spiegel gegenüber einem Fenster oder einer anderen Lichtquelle, um das Licht im Raum zu reflektieren. Dies dient auch als visueller Anker der Natur. An Eingängen oder in Fluren platziert, kann ein kurviger Spiegel zudem den Fluss im Raum verbessern und visuell sanftere Übergänge zwischen den Zonen schaffen.

Erdige Farbtöne wie Beige, Braun und Grün, die oft in Materialien wie Holz, Ton und Stein vorkommen, schaffen beruhigende, komfortable und harmonische Räume, die Stress reduzieren und die Stimmung verbessern. Diese natürlichen Materialien, zusammen mit gewebten Fasern und strukturiertem Glas, besitzen oft auch taktile Oberflächen, die sensorische Vielfalt bieten und Gefühle von Geborgenheit und Verbundenheit auslösen.

Unsere visuelle Umgebung ist ein stiller Teilnehmer in unserer emotionalen Landschaft.
Wenn die Logik der Natur das Design leitet, gewinnen unsere Räume die Kraft, uns mental zu entspannen. Design wird in seiner besten Form zu einem stillen Dialog zwischen Gebautem und Natürlichem. Die Neuroästhetik erinnert uns daran, dass die Umgebungen, die wir gestalten, letztlich auch uns gestalten.